Hospizdienst Weinsberger Tal e.V. - Inge Rank
 

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Martin Rau
Inge Rank
Hannelore Wahr

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Wir trauern um
Inge Rank
geb. 11.12.1949 - gest. 18.06.2013 
 


 

Inge ist nach einer zunächst gut verlaufenen Herzoperation an plötzlich auftretenden Komplikationen gestorben.

Inge nahm 1996 an der ersten Vorbereitungsgruppe teil. Sie hat seither Einsätze gemacht, so oft sie gebraucht wurde und es ihr möglich war. Sie hat zu uns gehört. Sie wird fehlen.

Besonders denken wir an ihren Mann Erwin, der nun alleine zurück bleibt, denn Inge und Erwin Rank mussten im April 2012 ihren Sohn Steffen im Alter von 35 Jahren zu Grabe tragen.

Inge wurde vor vielen Jahren als Hospizbegleiterin von der Heilbronner Stimme interviewt. Auf die Frage, wie sie mit den Belastungen ihres ehrenamtlichen Dienstes leben könne, antwortete sie sinngemäß: „Mein Glaube trägt mich“. Möge diese Zuversicht nun auch ihrem Mann helfen.

Die Beerdigung fand am Samstag, 22.06.2013 um 13.30 Uhr in Grantschen statt. 


Lesen Sie weiter unten den vorgenannten Artikel.
 


 

Inge Rank und ihr Mann Erwin bei einem Familienfest.
Im Gespräch mit Erwin Rank wird Inges Arbeit im Hospizdienst lebendig. Er berichtet, dass sie keinen Dienst angenommen hat, ohne vorher mit ihm die Organisation der  häuslichen und betrieblichen Aufgaben zu bereden. Er hat sich deswegen nie ausgeschlossen gefühlt, trotzdem Inge es mit ihrer Schweigepflicht immer ganz genau genommen hat. Er hat beobachtet, wie betroffen sie manches Mal von dem Erlebten war, hat aber auch gesehen, wie sehr sie der Dienst erfüllt hat. Er freut sich über Inges Freundschaften, die mit anderen Hospizbegleiterinnen entstanden sind. Er berichtet, wie wichtig ihm die Besuche dieser Kolleginnen gewesen sind. Aus seinen Worten sprechen Zuneigung und Hochachtung.



Heilbronner Stimme

Inge Rank aus Grantschen ist eine von 16 Hospizhelfern im Weinsberger Tal, die Menschen in ihren letzten Tagen betreut

Der Glaube gibt ihr die Kraft für den Dienst

 

„Ich bin eine gläubige Frau", sagt Inge Rank. Aus ihrem Glauben schöpft die kleine Frau mit dem großen Herzen auch die Kraft für ihren schweren Dienst. Die Wengerterin aus Grantschen betreut Schwerstkranke und sterbende Menschen in ihren letzten Tagen und Stunden. Sie ist eine von 16 ehrenamtlichen Helfern des Hospizhilfevereins Weinsberg.

Das Wort Hospiz bedeutet für den Vereinsvorsitzenden Horst Gold, „dass Menschen, die einsam sind, in einem schwierigen Lebensabschnitt nicht alleine bleiben sollen". Inge Rank ist fest in der evangelischen Kirche verwurzelt und will einfach „auch für andere was tun". Neben der christlichen Motivation setzen sich Helfer aus einem altruistischen Ansatz oder einem tiefverwurzelten Humanismus für die Hospizidee ein. Eines weiß Gold, zugleich Leiter der Diakonischen Bezirksstelle in Weinsberg von den ehrenamtlichen Mitarbeitern genau: „Sie müssen fest im Leben stehen."

Vor ihrem ersten Hospizeinsatz hatte die Grantschenerin trotz gründlicher Vorbereitung und Ausbildung Zweifel: „Kannst du das?" Heute sagt sie: „Es bedeutet mir viel. Ich habe dazu die Kraft."

Inge Rank kennt die Ängste krebskranker Menschen im Endstadium: „Es ist eine schwere Leidenszeit, wenn man sieht, die Leute können nicht mehr essen, nicht mehr sprechen, müssen brechen."

Wenn die Schwerstkranken dann mit den Augen blinzeln, weiß die 47jährige, dass sie sich auf ihren Besuch freuen. Leise liest sie Geschichten vor, legt Musik auf oder sitzt einfach still neben dem Krankenbett. Manchmal spürt sie einen dankbaren Händedruck.

Um die Einsamkeit zu überwinden, brauchen Patienten nicht nur eine Schmerztherapie, sondern auch Beistand für ihr seelisches Leid. Ein Beispiel: Ein Mann, der keine Angehörigen mehr hat, verbringt seine letzten Lebenstage in einem Pflegeheim. Zunächst lehnt er den Besuchsdienst ab, dann verständigt er sich durch Zeichensprache. Er deutet auf die Uhr und fragt so nach, was es kostet. „Liebe Zeit, warum fragt er das, wir kommen doch ehrenamtlich", sagt die Hospizhelferin. Bis heute ist ihr die Episode gut in Erinnerung. Bei einem anderen Patienten braucht die „völlig verzweifelte Frau" Beistand, weil ihr Mann nicht mehr sprechen kann, erzählt Inge Rank. Oft entstehe in der Phase des Abschieds eine ganz intensive Beziehung, weiß Horst Gold. Und fügt hinzu: „Es ist eine innere Nähe, die total überrascht." Deshalb ist bei den Hospizhelfern die Gruppenarbeit so wichtig, die Reflexionen. Wie ist es mir gegangen? Wie hat mich das belastet? Das sind Fragen, die sich die Helfer immer wieder stellen. Denn eines gehört auch zur Hospizarbeit: das Loslassen können.

Dieser von Redakteur Joachim Kinzinger verfasste Artikel ist nach der darin enthaltenen Altersangabe um das Jahr 1996 erschienen.

 

 


Hospizdienst Weinsberger Tal e. V., Karl-Rebmann-Str. 8, 74189 Weinsberg
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ViSdP: Horst Gold
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