Hospizdienst Weinsberger Tal e.V. - Auf dem Trauerweg
 

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Heilbronner Stimme, 11. Oktober 2012

Hermann J. Bayer
Wenn alles anders und plötzlich neu ist

Rund 60 Zuhörer beim Vortrag zum Thema Trauer beim Hospizdienst

Von Margit Stöhr-Michalsky

WEINSBERG „Man staunt, welche Freunde man verlieren kann und was an Neuem kommt", sagte ein Trauernder im Gespräch. Berichte und Begegnungen, Erfahrungen und Wissen aus seiner langjährigen Arbeit als Trauerbegleiter und Ausbilder brachte Hermann J. Bayer ins katholische Gemeindehaus Weinsberg mit. Er sprach über das Thema „Auf dem Weg der Trauer" vor 60 Besuchern, Betroffenen, Hospizbegleitern, Fachkräften und Ehrenamtlichen im sozialen Bereich.

Dazu eingeladen hatte der Hospizdienst Weinsberger Tal. Der Verein bietet neben der ambulanten Begleitung Schwerstkranker und Sterbender auch Vorträge mit den Themen, Tod, Trauer und Leben an, um Hilfestellung zu geben und Gespräche zu ermöglichen. Der Vorsitzende Horst Gold hatte Hermann J. Bayer bereits als Diakon in der katholischen Kirche und als Psychiatrieseelsorger in Weinsberg (von 1978 bis 1985) kennengelernt. Der ausgebildete Sozialpädagoge schlug danach den Weg der Trauerbegleitung ein und gründete das erste „Lebenscafe" in Stuttgart.

„Schmerz will durchlitten sein, da helfen keine guten Ratschläge und Rezepte", sagte Bayer. Trauer brauche aber das Dasein des anderen, die Unterstützung, dass der Trauernde seinen Weg gehen kann. Es sei ein schwankender Weg in eine Welt, in der alles anders und neu sei, berichtete er. Der Vortragende betonte, der Mensch sei kein Hilfsobjekt, sondern in der Begegnung der gleichwertige Partner. Dazu gehöre die Offenheit für das, was ist.

Der Sozialpädagoge sprach von der Erkenntnis in der Trauerforschung, die differenziert unter- scheidet von begleiten, unterstützen, trösten und begegnen. „In der Begegnung kann man das meiste für den Trauernden tun, da es im Augenblick erfolgt", führte er aus.

Hermann J. Bayer zitierte die Forscherin im Bereich der Trauerbegleitung, Ruthmarijke Smeding, mit den Worten: „Die Trauer folgt keiner Regel, und sie kommt in Wellen". Dafür steht das Labyrinth, ein Symbol, das den Trauerprozess vermittelt. „Gewohnte Strukturen funktionieren nicht mehr auf dem Weg in die neue Welt", erklärte der Ausbilder für Trauerbegleiter. Es müssten immer wieder neue Versuche gewagt werden. Auch die Zeit sei eine andere, die sich nicht an der Kalenderzeit orientiere.

Er ermutigte Trauernde, das zu tun, was geht, zu schauen, was die Seele braucht, um den Alltag zu bewältigen. Das Wörtchen „und" im Gespräch mit Trauernden helfe und gebe Sicherheit, dass beides sein darf - „Angst und Vertrauen, das Gute und Schlimme." Horst Gold wünschte den Zuhörern am Ende, dass Fragen beantwortet wurden, dass der eine oder andere Satz als Stütze mitgenommen werden kann. Am Büchertisch gab es vielfältige Literatur zum Thema.

 

 

Sulmtaler »Woche«, Nr. 42 / Mittwoch, 17. Oktober 2012

Vortrag zur Trauerarbeit beim Hospizdienst Weinsberqer Tal
Der Trauerschmerz muss durchlitten werden

Dies macht der Referent Hermann Bayer gleich zu Beginn seines Vortrages deutlich. Auf Einladung des Hospizdienstes Weinsberger Tal sind rund 60 Besucher zu dem Thema „Auf dem Weg der Trauer" in das Gemeindezentrum der katholischen Kirche in Weinsberg gekommen. Als sein Vater verstorben war, hätte er sich dieses Bild der Trauer, die in Wellen komme, nicht vorstellen können, sagt der Leiter des Hospizdienstes Horst Gold bei seiner Begrüßung.

Der Referent, Hermann Bayer aus Stuttgart ist kein Unbekannter in Weinsberg, war er doch von 1978 bis 1985 als katholischer Klinikseelsorger im damaligen PLK Weinsberg tätig. Heute arbeitet er im Raum Stuttgart als Selbständiger sowohl in der Sterbebegleitung als auch in der Trauerarbeit für Angehörige.

Bayer zeigt verschiedene Beispiele und Arten aus seiner Tätigkeit in der Trauerbegleitung auf. Jede Trauer verlaufe anders. Ein Schema gebe es nicht. Dem Trauerschmerz könne auch nicht mit Medikamenten begegnet werden, er müsse durchlitten werden. In den vielen Jahren, in denen er Trauernde begleite, hätte er immer wieder erlebt, dass die Trauernden auf eine andere Ebene gehoben worden seien. Auch würden sich beim Tode eines Angehörigen die Verhältnisse zu Freunden und Bekannten oft radikal ändern. Der Referent geht auch auf die gutgemeinten Ratschläge für die Trauernden ein. Dabei führt er auch die Forschungsergebnisse der Trauerbegleiterin Dr. Ruth-Marijke Smeding an. Smeding empfehle den Trauernden, den Weg zu gehen, der möglich sei. Die Seele wisse, was gut tue. Es komme nicht darauf an, zu tun, was die anderen meinen, sondern was richtig ist.

Die Fragen aus dem Kreis der Besucher reflektieren unterschiedliche Situationen und Schicksale. Und manchmal auch die Ratlosigkeit, die mit der Trauer einhergehen kann.

Text und Bilder Harald Löw

 

 

Sulmtal.de, 18. Oktober 2012

Hermann J. Bayer: Trauer kommt in Wellen

Berichte und Begegnungen, Erfahrungen und Wissen aus seiner langjährigen Arbeit als Trauerbegleiter  und  Ausbilder  brachte Hermann J. Bayer ins katholische Gemeindehaus Weinsberg mit. Er sprach über das Thema „Auf dem Weg der Trauer". 60 Besucher, Hospizbegleiter, Fachkräfte und Ehrenamtliche im sozialen Bereich und Betroffene hörten zu. Dazu eingeladen hatte der Hospizdienst Weinsberger Tal. Der Verein bietet neben der ambulanten Begleitung Schwerstkranker und Sterbender auch mehrmals Vorträge im Jahr mit den Themen, Tod, Trauer und Leben an, um Hilfestellung zu geben und Gespräche zu ermöglichen.

Hermann J. Bayer war 1978 bis 1985 Diakon und Psychiatrieseelsorger in der katholischen Kirche Weinsberg. Der ausgebildete Sozialpädagoge schlug danach den Weg der Trauerbegleitung ein und gründete das erste „Lebenscafe" für Trauernde in Stuttgart. „Schmerz will durchlitten sein, da helfen keine guten Ratschläge und Rezepte" sagte Bayer. Trauer brauche aber das Dasein des anderen, die Unterstützung, dass der Trauende seinen Weg gehen könne. Es sei ein schwankender Weg in eine Welt, in der alles anders und neu sei.

Der Vortragende betonte, der Mensch sei kein Hilfsobjekt, sondern in der Begegnung der gleichwertige Partner. Dazu gehöre die Offenheit für das, was ist. Der Sozialpädagoge sprach von den Erkenntnissen in der Trauerforschung, die differenziert unterscheidet von begleiten, unterstützen, trösten und begegnen. „In der Begegnung kann man das meiste für den Trauernden tun, da es im Augenblick erfolgt", führte er aus. Hermann J. Bayer zitierte die Forscherin im Bereich der Trauerbegleitung Ruthmarijke Smeding mit den Worten „Die Trauer folgt keiner Regel und sie kommt in Wellen".

Das Labyrinth, ein Symbol von ihr, das den Trauerprozess vermittelt, floss ein. „Gewohnte Strukturen funktionieren nicht mehr auf dem Weg in die neue Welt", erklärte der Ausbilder für Trauerbegleiter, es müssten immer wieder neue Versuche gewagt werden. Bayer ermutigte Trauernde, das zu tun, was geht, zu schauen, was die Seele brauche, um den Alltag zu bewältigen. Der Vorsitzende des Hospizdienstes, Horst Gold, wünschte den Zuhörern, dass der eine oder andere Satz als wertvoller Begleiter mitgenommen werden konnte. Am Büchertisch der Buchhandlung Back gab es vielfältige Literatur zum Thema.                F/T: mic

 

 

Seinerzeitige Ankündigung:

Hermann J. Bayer

Auf dem Trauerweg

Am Dienstag, 09.10.2012, um 20 Uhr, berichtet im Gemeindesaal der katholischen Kirchengemeinde St. Josef, Weinsberg, Hermann J. Bayer aus seiner jahrzehntelangen Praxis als Trauerbegleiter und als Ausbilder für Trauerbegleitung. Er ist der Gründer des ersten „Lebenscafé“ für Trauernde. Hoffnung machend zitiert er Dr. Ruthmarijke Smeding mit dem Satz: „Das Loch, in das ich falle, kann zur Quelle werden, aus der ich lebe“

Dr. Smeding hat in ihrer Trauerforschung eine Tafel der Gezeiten entwickelt. „Gezeiten kennzeichnen etwas, das wiederkehrt. Auch die Trauer kommt immer wieder. Doch im Gegensatz zu den Gezeiten des Meeres oder des Jahres, haben die „Trauergezeiten“ keinen festen Rhythmus.“ Trauer folgt keiner Regel. An diesem Abend betrachten wir auf dem Hintergrund des Smedingmodells die verschiedenen Trauerwege von Menschen. Smeding bietet Antworten auf die Frage, welche Unterstützung ein trauernder Mensch auf seinem persönlichen Weg braucht.

Hermann J. Bayer entwickelte das Modell eines LebensRades. Es ist eine Möglichkeit zur Orientierung auf den verschlungenen individuellen Wegen. Es hilft bei den im Laufe des Lebens immer wieder zu durchschreitenden Übergängen. Es unterstützt Angehörige, Freunde und Begleiter Trauernder.

 

 


Hospizdienst Weinsberger Tal e. V., Karl-Rebmann-Str. 8, 74189 Weinsberg
Einsatzleitung: Telefon 01 72 / 9 53 97 09 Diese Nummer bitte nur wegen Einsätzen anrufen. Alle anderen Themen bitte bei:
  Vorsitzender: Tel. 0 71 34 / 1 06 54, Fax:  0 32 12 / 1 23 62 87
ViSdP: Horst Gold
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