Hospizdienst Weinsberger Tal e.V. - Gedenkgottesdienst
 

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Die Angst vor dem Tod genommen
Gedenkgottesdienst am 8. November 2008

Weinsberg - Teelichter leuchten zwischen Efeuranken und weißem Fließ auf den Altartreppen der Johanneskirche. Kerzen liegen neben Schalen mit Sand auf zwei geschmückten Tischen bereit, um für die Verstorbenen ein Licht anzuzünden. Sonnenstrahlen brechen durch das farbige Glas der Kirchenfenster. Das Orgelspiel leitet den ersten ökumenischen Gedenkgottesdienst für Angehörige und Freunde der Toten, für Mitarbeiter und Ehrenamtliche des Stationären Hospizes in Weinsberg. „Was bleibt...“ ist das Thema.

Vorgetragene Gedanken von Schwester Ulrike von Heesen sprechen aus den Herzen der Gottesdienstbesucher. Da seien die Erinnerungen an Menschen, an Situationen, durch die man gemeinsam gegangen sei, sagt sie. Dankbarkeit, aber auch Ohnmachtsgefühle, die es gilt, zuzulassen.

Die Mitarbeiter im Stationären Hospiz sprechen nicht von Patienten, sondern von ihren Gästen, die aus dem Unterland, auch von Heidelberg bis Schwäbisch Hall, letzte Tage oder Wochen im Frankenhospiz verbracht haben und dort ganzheitlich gepflegt und betreut worden sind. Seit fünf Jahren gibt es diese Einrichtung in Weinsberg, die der Freundeskreis Stationäres Hospiz ins Leben rief. Seither sind dort 450 Menschen gestorben.

Grenzerfahrungen Mit Grenzerfahrungen kommt täglich der betreuende Arzt, Sigmund Jakob, in Berührung. „Der Tod wird in unserer Gesellschaft immer noch totgeschwiegen“, sagt der Vize-Vorsitzende des Freundeskreises Stationäres Hospiz Weinsberg. „Unser Anliegen ist es, dem spirituellen Gedanken mehr Gewicht zu geben.“ Dazu gehöre, die eigene Endlichkeit zu begreifen und eigene Empfindungen nicht zu verdrängen. Und, auch als Arzt den Mut zu haben, allen Fragen offen gegenüberzustehen, den Weg mit den Angehörigen bewusst zu gehen und auf seelische Wünsche des Gastes einzugehen. Das Gestalten eines Abschiedsbuches der Mitarbeiter im Hospiz mit Foto und Biografie des Verstorbenen drücke Respekt aus und werde von den Angehörigen dankend angenommen.

Wie auch der erste Gedenkgottesdienst, den ein ökumenisches Team mit Pfarrerin zur Ausbildung Carola Münd, die auch Seelsorgerin im Frankenhospiz ist, vorbereitet hat. An dieses Angebot habe er schon lange gedacht, sagt Horst Gold, Vorsitzender des Ambulanten Hospizdienstes Weinsberger Tal. Zudem ist der Wunsch auch von Angehörigen geäußert worden.

Dankbar für das gemeinsame Erinnern ist Ursula Dieterich. Die ehrenamtliche Hospiz-Begleiterin hat in diesem Jahr drei Gäste im Frankenhospiz betreut. Ein herzlicher Händedruck, eine Umarmung mit den Angehörigen beim Wiedersehen zeigt die Verbindung.

Intensive Nähe Der Brief einer Angehörigen, den Schwester Jutta Kiesel vorliest, drückt die Empfindungen aus. Was bleibt sei eine große Dankbarkeit für intensive Nähe, für warmherzige Betreuung, heißt es da. Beruhigend und tröstend sei der Gedenkgottesdienst für sie, meinte eine Witwe. Zu ihrer Trauerarbeit gehöre, die Mitarbeiter im Stationären Hospiz zu besuchen. „Ich bin froh, dass es Menschen gibt, die diese wertvolle Arbeit leisten“, sagt sie und betont die menschliche Wärme betont. „Sie haben mir die Angst vor dem Tod genommen“. Den Gottesdienst begleiteten Kirchenmusikdirektor Gerhard Frisch, Anne Frisch und Kathrin Fickweil.

Margit Stöhr-Michalsky in der Heilbronner Stimme am 10.11.08

 

 

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