Hospizdienst Weinsberger Tal e.V. - Hilfe zum Leben
 

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Heilbronner Stimme, Freitag, 9. November 2018
von Redakteur Steffan Maurhoff

Ein Stück Hilfe zum Leben in dieser Welt

Gottesdienst erinnert an Menschen, die im Franken-Hospiz oder in Begleitung durch den Hospizdienst gestorben sind

Der Jonny (Name geändert) war schon einer. Er trank, nahm Drogen, seine Familie zerbrach. Er wurde obdachlos, lebte ein wildes Leben. Dann wurde er todkrank – und entschloss sich, ins Weinsberger Franken-Hospiz zu gehen. Hier wollte er mit sich ins Reine kommen. Er redete viel, dachte lang nach, fand noch einmal zu einer Teilhabe am Leben. Und zu Würde. Zu seiner Hospizbegleiterin sagte er eines Tages: „Jetzt kommst du noch zu mir. Wie schön. Nun gehen wir miteinander den Weg zu Ende.“ Ein Bericht, ähnlich berührend wie dieser, ist auch am Samstag, 10. November, zu hören: beim ökumenischen Gottesdienst zur Erinnerung an Menschen, die im Franken-Hospiz oder in Begleitung durch den Hospizdienst Weinsberger Tal gestorben sind. Gottesdienstbesucher, die das wünschen, können dabei auch nach vorn gehen, Kerzen anzünden. „Das“, sagt Horst Gold, Vorsitzender des Hospizdienstes, „ist immer ein hoch emotionaler Moment.“

Eigenes Gepräge Es gibt sie nun schon seit zehn Jahren, diese besonderen Gottesdienste. Die Idee dazu wurde von außen an den Hospizdienst herangetragen. Horst Gold erinnert sich, wie eine Arbeitsgruppe von etwa sieben Hospizbegleiterinnen und Pfarrerin Carola Münd diese Idee aufgriffen: „Es sollte kein Gottesdienst sein, wie er an Allerheiligen oder am Totensonntag gehalten wird. Wir wollten diesem Gottesdienst ein eigenes Gepräge geben.“

Deshalb kommen Begleiterinnen mit Berichten über ihre Arbeit zu Wort. Die Geschichte von Jonny war bei dem Gottesdienst im Jahr 2014 so ein Bericht. „Das soll auch eine Wertschätzung ausdrücken für die, die diesen Dienst tun“, erklärt Pfarrer Hannes Freitag, der Altenheimseelsorger im Evangelischen Kirchenbezirk. Andererseits sei der Gottesdienst ebenso gedacht für die Hinterbliebenen: „Die einen können von ihren Erfahrungen berichten, und die anderen können für sich etwas daraus ziehen.“ „Das fließt zusammen“, bestätigt Horst Gold.

Was bei dem Gottesdienst nicht geschieht: dass die Namen der Verstorbenen verlesen werden. Dies sei innerhalb einer Kirchengemeinde möglich, so Hannes Freitag, stoße aber im Rahmen des ökumenischen Gottesdienstes, der auch für kirchenferne Besucher gedacht ist, an Grenzen – auch rechtliche. „Es ist auch nicht notwendig“, findet der Pfarrer. „Die Menschen wissen ja, für wen sie da sind.“

Innere Einstellung „Es geht um die Trauernden“, verdeutlicht Horst Gold: Sie sollen ihre Trauer mitbringen und – je nach innerer Einstellung – mit der Kerze vor dem Altar zum Ausdruck bringen können. „Dabei sollen auch Menschen ohne Gottesbezug ganz bei sich selber sein können. Wir wollen ein Angebot für alle machen.“

Es gehe darum, ein Stück Hilfe zum Leben in dieser Welt an die Hand zu geben. „Wenn nicht wir als Kirche das anbieten sollen – wer dann?“, fragt sich Hannes Freitag. Der 32-jährige Altenheimseelsorger, der sein Amt vor etwa eineinhalb Jahren im Evangelischen Kirchenbezirk Weinsberg antrat, wird diesmal die Predigt zum Thema „Du siehst mich“ halten. Freitag beeindruckt es, wenn Menschen am Ende ihres oft beschwerlichen letzten Weges dank der Hospizbegleitung noch einmal aufleben – und wie das auch auf die Angehörigen ausstrahlt. Deshalb hält er den Psalm für das Thema der Predigt für besonders treffend. „Es soll zeigen, dass Gott nicht nur die schönen Seiten sieht, sondern auch die schwierigen. Und dass er trotzdem da ist.“


Hospizdienst Weinsberger Tal e. V., Karl-Rebmann-Str. 8, 74189 Weinsberg
Einsatzleitung: Telefon 01 72 / 9 53 97 09 Diese Nummer bitte nur wegen Einsätzen anrufen. Alle anderen Themen bitte bei:
  Vorsitzender: Tel. 0 71 34 / 1 06 54, Fax:  0 32 12 / 1 23 62 87
ViSdP: Horst Gold
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