Hospizdienst Weinsberger Tal e.V. - Lebensräume für alte Menschen
 

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Gemeindenahe Lebensräume für alte Menschen schaffen
in der Gemeinde, im eigenen Lebensumfeld - dafür setzt sich Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner ein.

Alte nicht in Heime abschieben
Von Joachim Kinzinger

Seinem Ruf als Reformer und unbequemer Geist wird Professor Dr. Klaus Dörner auch in Weinsberg gerecht. Eindringlich wirbt er im Erhard-Schnepf-Gemeindehaus für den „dritten Sozialraum“ und sein Nachbarschaftsmodell, bei dem Alte in Wohngruppen leben und von den Bürgern der Umgebung versorgt werden.

Dörner kennt die Stadt bereits als Kerner-Preisträger. Knapp acht Monate nach der Verleihung kommt der 75-Jährige auf Einladung des Hospizdienstes Weinsberger Tal erneut in die Stadt, schaut sich vor seiner Rede noch das Stationäre Franken-Hospiz an. Seine Kleidung ist wie üblich leger: dunkler Pullover, schwarze Hose und Lederjacke.

Vor rund 100 Zuhörern im Gemeindehaus sagt Horst Gold, Vorsitzender des Hospizdienstes Weinsberger Tal, dass Dörner „Generationen von Menschen in sozialen Berufen beeindruckt“. In den 80er Jahren als radikaler Reformer einer psychiatrischen Anstalt, heute als Mahner gegen die Abschiebung alter Menschen in Heime.

Das Thema „Ich kann es nicht mehr ertragen - alte Menschen und ihre Betreuenden am Ende der Kraft“ weitet der in Hamburg lebende Dörner aus. Zunächst gibt der Psychiater eine Prognose ab: „Die Hospizarbeit ist etwas, das die Zukunft erst noch vor sich hat.“ Ausführlich schildert der Referent, der seit zehn Jahren fast jeden zweiten Tag zu Vorträgen und Tagungen unterwegs ist, wie seit 1980 das historische Pendel umgeschlagen ist: Sterbende nicht mehr ausgrenzen. Heute seien es 80 000 Hospizler im Bundesgebiet, ein flächendeckendes Netzwerk auf freiwilliger Basis.

Dörner macht auch dem Weinsberger Hospizdienst Mut, Selbstbewusstsein zu tanken, sich als Teil einer Bürgerbewegung für eine Integrationsgesellschaft zu verstehen, mehr soziale Verantwortung innerhalb eines Viertels zu übernehmen - den „Wir-Raum.“ Dörner: „Wir brauchen ihn wieder.“

Schon ist er beim Thema, dass sich die Gesellschaft mit dem Problem pflegebedürftiger alter Menschen ernsthafter befasst: „Das alte Hilfesystem funktioniert nicht.“ Für ihn sind Heime nur die zweitbeste Lösung. Den „dritten Weg“ mit ambulanten Wohnpflegegruppen in der Vertrautheit des Stadtteils schildert der Kritiker in seinem Buch „Leben und sterben, wo ich hingehöre“. Helfer und Helferinnen sind für Dörner die Pflegebedürftigen mit ihren verbliebenen Kräften selbst, ihre Angehörigen, Freunde, Nachbarn und Stadtteilbürger vor den Professionellen. 700 solche Wohngruppen gebe es in Deutschland, davon allein 70 in Bielefeld, 38 im Kreis Gütersloh oder eine in Ettenheim. Der Sozialreformer wirbt für eine „Bürgerhilfebewegung“.

Moralische Instanz

Für Bürgermeister Stefan Thoma ist der Kerner-Preisträger eine „moralische Instanz“. In weiten Teilen mangele es der Gesellschaft daran. Die von Dörner geforderte „soziale Erdung“ sieht Thoma in Weinsberg gegeben, ob beim ehrenamtlichen Hospizdienst, den Pflegediensten oder in einer aktiven Bürgerschaft.

Zur Person

Klaus Dörner

Der am 22. November 1933 in Duisburg geborene Klaus Dörner gilt als profilierter Vertreter der deutschen Sozialpsychiatrie. Er studierte Medizin, Soziologie und Geschichte, habilitierte an der Psychiatrischen Universitätsklinik Hamburg. Von 1980 bis 1996 war er ärztlicher Leiter der Westfälischen Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Neurologie in Gütersloh. An der Universität Witten/Herdecke lehrte er Psychiatrie. Seit 2003 ist er Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Im vergangenen Jahr verlieh ihm die Stadt Weinsberg den mit 5000 Euro dotierten Kernerpreis. kin

Heilbronner Stimme, Samstag, 09.05.2009


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  Vorsitzender: Tel. 0 71 34 / 1 06 54, Fax:  0 32 12 / 1 23 62 87
ViSdP: Horst Gold
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