Hospizdienst Weinsberger Tal e.V. - Schicksal gestalten
 

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Astrid Weidner

Umgang mit dem Schicksal

Löwenstein - "Das Wort Schicksal löst keine positiven Gefühle aus", meinte der Vorsitzende des Hospizdienst Weinsberger Tal, Horst Gold, im evangelischen Gemeindehaus in Löwenstein. "Schicksal gestalten" hieß das Thema, zu dem der Verein eine Referentin einlud, die aus eigener Erfahrung weiß, was Schicksal ist. Astrid Weidner ist seit ihrer Kindheit blind. Trotzdem hat sie ihr Studium als Diplom-Wirtschaftsingenieurin abgeschlossen und doziert an der dualen Hochschule in Karlsruhe.

Beratung Ihre weitere Ausbildung in der Systemischen Beratung und Systemisches Coaching setzt sie in der Konzept- und Leitbildentwicklung, in der Beratung und Krisenintervention hauptsächlich bei Non-Profit-Organisationen ein. Die gebürtige Österreicherin ist eine viel beschäftigte Ehefrau und Mutter zweier Kinder. Sie sprach offen und frei über ihre Beeinträchtigung. "Es ist eine große Gnade trotzdem das Leben gestalten zu können", sagte sie. An der äußeren Bedingung könne sie aufgrund des Krankheitsbildes nichts ändern, aber die Einstellung könne sie dazu ändern. "Dazu habe ich einen freien Willen, und ich bin verantwortlich für meinen freien Willen. Verantwortlich, der Behinderung einen Sinn zu geben und meine Gestaltungsmöglichkeiten einzusetzen", sagte mit. Dies reflektierte sie selbstbewusst, einfühlsam und mit einer Brise Humor. Impulse wollte sie den Zuhörern aus Hospizbegleitern und Gästen mit nach Hause geben, dann sei es für sie ein gelungener Abend.

Wie geht man mit einem Schicksal um? Astrid Weidner hatte sich sehr mit Viktor E. Frankl, Vater der Logotherapie und der Existenzanalyse im letzten Jahrhundert, auseinandergesetzt. Über die drei sich ergänzenden Thesen "der freie Wille", "der Wille zum Sinn" und der übergeordnete "Sinn im Leben" sprach sie ausführlich. Das Wissen um einen übergeordneten Sinn sei sehr hilfreich, die Dinge, die wir nicht verstehen, zu akzeptieren, mit dem Schicksal zurechtzukommen", vermittelte Weidner. "Die Sinnsuche lässt uns entwickeln". Der Sinn müsse aber gefunden und dürfe nicht gegeben werden.

Obwohl sie selbst nicht sehen kann, gab sie den Zuhörern immer wieder Bilder an die Hand. Ein Blinder könne Vorbild für andere sein im Wahrnehmen und Prüfen und Erfassen, in der Wachsamkeit und Konzentration, im ganzheitlichen Sehen, war sie überzeugt. Hier entwickele der Blinde Fähigkeiten, weil er sich vieles zeitintensiv erarbeiten müsse, was für andere offensichtlich sei. Die Stille nach dem Vortrag zeigte, dass die Besucher vom Gehörten als auch von der Referentin beeindruckt waren.

Der Hospizdienst bietet regelmäßig Vorträge zu Lebensthemen an. Im ambulanten Dienst sind zurzeit 18 ausgebildete Hospizbegleiter tätig. Kontakt zur Einsatzleitung unter Telefon 0172 9539709.

Margit Stöhr-Michalsky, 10.11.2010  - Heilbronner Stimme

 


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