Hospizdienst Weinsberger Tal e.V. - Trauer braucht Erinnerung
 

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Trauer braucht Erinnerung –
Wie Liebe weiterlebt

Ein Platz für die innere Trauer

Der gut gemeinte Rat, den geliebten Verstorbenen loszulassen, um die Energie wieder in das Leben zu investieren, kann nur dann gelingen, "wenn der Verstorbene einen sicheren Ort hat, wo der Trauernde ihn immer wieder findet", sagte Diplom-Psychologe Roland Kachler beim Vortrag "Trauer braucht Erinnerung". Eingeladen hatte der Hospizdienst Weinsberger Tal.

Kachler zeigte Schritte auf, wie die innere Trauer und Liebe zum Verstorbenen, die weiter leben will, einen Platz bekommt. "Ich habe in Ratgebern keine Hilfe gefunden", berichtete der Psychologische Therapeut vor 100 Zuhören, als er von der eigenen Trauer um den 16-jährigen Sohn sprach. Durch seinen Beruf und durch die Beglei­tung anderer Menschen als Leiter der psychologischen Beratungsstelle in Esslingen fand er neue Ansätze, die Liebe trotz des realistischen Abschiednehmens weiterleben zu lassen. "Trauerarbeit ist Erinnerungsarbeit" machte er deutlich. "Erinnerung ist mehr als ein Trost, sie ist eine innere Begegnung mit dem Verstorbenen."

Die innere Begegnung sei wichtig für den Trauerprozess. Er sprach von drei verdrängten "Schwestern", die zugelassen werden sollten. Das "Mitgefühl" für den Verstorbenen sei eine davon und eine emotionale Brücke für den verlorenen, geliebten Menschen. Die zweite Schwester sei die "Sehnsucht" zum Verstorbenen und ebenfalls eine weitere Brücke. Die "Liebe" sei die dritte verdrängte Schwester. In der Begleitung von Trauernden habe er die Angst gesehen, den Verstorbenen zu vergessen. Doch sein Lachen, die Gesten und die Mimik gingen nie verloren, tröstete Roland Kachler.

Er motivierte dazu, Erinnerungstage zuzulassen und Rituale einzubauen. Das Lieblingsessen aufzutischen und sich gemeinsam zu erinnern, war ein Beispiel. "Die Erinnerung ist ein Schatz, den man immer wieder heben kann, wann man ihn braucht", verdeutlichte Roland Kachler. Er stellte neben der Ruhestätte weitere "sichere Orte für den Verstorbenen" vor, die für die Trauerarbeit wichtig sind.

So brauche der Verstorbene in der Familie einen sicheren, dennoch begrenzten Platz. Eine Möglichkeit, ihn an einem guten Ort zu wissen, sei auch die Natur. Eine Mutter berichtete ihm, dass sie ihren jungen Sohn, der gerne Regenbogen malte, genau bei dieser Naturerscheinung wieder findet. Die Natur beinhalte Grenzbereiche zu einer anderen Ebene, wo der Verstorbene jetzt verweile.

Die Frage, "gibt es einen ewig sicheren Ort für ihn", werde ihm in Gesprächen gestellt, teilte der Psychologe und Autor mit. "Durch die Erinnerung und die sicheren Orte erfährt der Hinterbliebene eine tiefe Beziehung, er kann irgendwann die Trauer loslassen und ins Leben zurückzukehren", war die Aussage aus eigener Erfahrung des Referenten.

Ein Bericht von Margit Stöhr-Michalsky in der Heilbronner Stimme vom 5. März 2010


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